Konfetti, soviel Konfetti: Coldplay-Konzert

Konfetti, soviel Konfetti: Coldplay-Konzert

Nobody said it was easy
It’s such a shame for us to part
Nobody said it was easy
No one ever said it would be this hard
Oh, take me back to the start

Coldplay „The Scientist“

Wir waren in Hannover. Bei Coldplay. Lupus, sein Kind und ich. Ich habe mich wie Bolle gefreut, und dass obwohl ich mit Coldplay BISHER nicht so viel anfangen konnte. Ja, es war schrecklich normal alles. Und doch besonders. Der Abend war besonders. Das Konzert. Wir drei. Unsere Knicklichter – und Leuchte-Luftballon-Ausstattung. Wir haben ausgesehen wie geschmückte Zirkusponys. Beim ersten Lied, stand mir schon das Pipi in den Augen. Alles nur wegen des Regenbogen-Konfettis und den blinkenden Armbändchen, das jeder am Eingang bekommen hatte. Mir sind die Tränchen gelaufen. Einfach weil es so schön und überwältigend war. Bei mir geht das schnell. Und schwups ist Land unter. Wir haben gelacht, gestaunt, getanzt, geklatscht, gehüpft, geschwiegen, gelauscht. Wir waren ausgelassen. Ich war ausgelassen.

Bis zum „wer-schläft-wo-Thema“, da war die Ausgelassenheit für einen kurzen Moment weg. Bei mir. Wir haben in getrennten Betten übernachtet. Lupus und ich. Er wollte es so. Und das respektiere ich. Ich kann es sehr verstehen, aber trotzdem verletzt es mich. Es gehört irgendwie zu uns und ich fühle mich abgewiesen und ungewollt. Weil auf einmal ist da jemand, dessen Herz wichtiger ist als meines. Oder ist es einfach nur so, dass Lupus es für SEIN Herz macht? Weil er nicht riskieren will, die Frau zu verlieren?

Seine Freundin. Wenn ich es nicht wüsste, ich würde nichts bemerken. Sie ist unsichtbar. Kaum existent. Sie ist kein Thema in unseren Gesprächen. Wenn nur nebenbei und kurz in einem anderen Zusammenhang erwähnt. Aber das macht sie für mich so bedrohlich. Wir versuchen Normalität, die manchmal krampfig ist. Unser Körperkontakt. Manchmal fühle ich das schlechte Gewissen bei Lupus, ganz leicht und kaum wahrnehmbar. Sie ist immer da. Zwischen uns. Wenn ich vertrauensvoll kurz meine Hand auf seinen Oberschenkel lege. Oder den Kopf an seiner Schulter halte. Es gibt eine Veränderung. Sie ist real. Lupus ist in einer Beziehung. Aber wir versuchen beide, sie kaum wahrnehmbar zu halten. Er vielleicht sogar mehr als ich. In solchen nahen Momenten denke ich daran. Und doch genieße ich diese Momente und speichere sie in meinem Herz: wenn das Kind meine Hand und seine Hand hält. Und ich diese Verbundenheit spüre.

Andererseits: wo ist das Problem?

 

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